
Fachschule für Sozialwesen, Fachrichtung Motopädie
Dieser Bildungsgang wird in 2 Varianten angeboten:
Der Bildungsgang Motopädie am Märkischen Berufskolleg steht in der direkten Nachfolge des Ernst-Kiphard-Berufskollegs Dortmund (Motopädie-Gründungsschule). Das MBK setzt den dort entwickelten und über Jahrzehnte etablierten Bildungsgang mit einem zum Schuljahr 2011/12 von Dortmund nach Unna wechselnden erfahrenen Kollegium fort. Das MBK sorgt damit für die nahtlose Kontinuität und Weiterentwicklung der Motopädie-Weiterbildung an der renommierten Bildungsstätte und in der Region .
Berufsbild
Das seit Gründung des Ernst-Kiphard-Berufskollegs 1977 bestehende Berufsbild der staatlich anerkannten Motopädin und des staatlich anerkannten Motopäden findet in den Arbeitsfeldern der sozialen und pädagogischen Rehabilitation und Prävention, sowie in Früher Bildung, Gesundheitsförderung und medizinischer Therapie zunehmend Beachtung.
Aufgaben
Die Aufgabe der Motopädin/des Motopäden ist es, Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Altersstufen, die in ihren Wahrnehmungs- und Bewegungsfunktionen eingeschränkt oder behindert sind und in Folge davon Beeinträchtigungen im sozialen Leben und emotionalen Erleben erfahren, zu fördern und Entwicklungsrückstände aufzuarbeiten.
Vorbeugend-präventiv leisten Motopädinnen und Motopäden über erlebnisorientierte Körper- und Bewegungsangebote eine umfassende und ganzheitliche Entwicklungsförderung.
In der Arbeit mit alten Menschen werden vorhandene Fähigkeiten aktiviert und Funktionen stabilisiert.
In Medizinisch-therapeutischen Arbeitsfeldern werden Motopädinnen und Motopäden auch behandelnd und rehabilitativ tätig.
Ziele
Die Motopädin/der Motopäde spricht in der Körper- und Bewegungsarbeit die Gesamtpersönlichkeit des Klienten an und fördert die Wahrnehmung, die Bewegung, das Verhalten, die Sprache, das Denken und das emotionale Erleben im Sinne der Stärkung von Widerstandskräften und von Schutzfaktoren gegen Risikoeinflüsse.
Im Einzelnen beinhaltet die motopädische Förderung die Verbesserung und Erweiterung
- der Wahrnehmungsverarbeitung und –integration,
- des Körpererlebens und der sozial-emotionalen Ausdrucksfähigkeit,
- der Bewegungsmöglichkeiten und des allgemeinen Wahrnehmungserlebens,
- der geistigen Prozesse und des Lernvermögens,
- der Handlungsfähigkeiten, d.h. mit sich selbst, der dinglichen und sozialen Umwelt adäquat und verantwortungsbewusst umzugehen.
Erlebnisorientierte und funktionale Wahrnehmungs- und Bewegungsangebote eröffnen dem Klienten, sich als kompetentes, eigenverantwortlich handelndes Wesen im Umgang mit Anderen produktiv zu spüren und zu erleben. Es entwickeln sich Fähigkeiten, sich den alltäglichen Anforderung in Familie, Kindergarten, Schule etc. angemessen zu stellen.
Tätigkeiten und Handlungsfelder
Die Motopädin und der Motopäde übernehmen
- die Planung, Gestaltung und Auswertung motodiagnostischer Befunderhebungen als Eingangsdiagnostik und förderungsbegleitende Diagnostik,
- die Planung, flexible Gestaltung und Reflexion von Förder- und Behandlungsprozessen,
- die Einbeziehung des familären Umfeldes,
- die Beratung des institutionellen und sozialen Umfeldes.
Die Arbeit erfolgt in enger Zusammenarbeit mit medizinischem, psychologischem und pädagogischem Fachpersonal.
Arbeitsmarkt
Die Motopädin/der Motopäde übt die Tätigkeiten vor allem in folgenden Einrichtungen aus:
- Beratungs- und Förderstellen (Frühförderung, Erziehungsberatung, Gesundheitsamt),
- Klinische Einrichtungen, Krankenhäuser mit speziellen Abteilungen (Sozialpädiatrie, Neuropädiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychiatrie und Psychosomatik),
- Sozialpädagogische und heilpädagogische Einrichtungen (integrative Kindertages-stätten und Familienzentren, Heime, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, Alten- und Pflegeheime),
- Schulische Einrichtungen (Förderschulen, Ganztags-Grundschulen),
- Bildungs- und Freizeiteinrichtungen (Behindertensportvereine, Familienbildungsstätten),
- Freie Tätigkeit in Vereinen und privaten Praxen
- Fort- und Weiterbildungseinrichtungen (Unterricht und Weiterbildung).
Beobachtungen der Arbeitsmarktlage durch den „Deutschen Berufsverband der MotopädInnen/MototherapeutInnen e.V.“ zeigen, dass zunehmend Stellen und Beschäftigungsmöglichkeiten für Motopädinnen/Motopäden geschaffen und überregional ausgeschrieben werden. Motopädische Arbeit hat sich in vielen Arbeitsfelder bewährt und gewinnt gerade angesichts der anhaltenden Bildungsdiskussion an Bedeutung.
Die Motopädin/der Motopäde arbeitet in einem Problemfeld, das im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitswesen zunehmend als gesellschaftliche Aufgabe erkannt wird.
weitere Informationen & Kontakt
Kontaktieren Sie uns unter: motopaedie(at)mbk-unna.de
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